|
1.2.2.2
Aussagen der Fans über ihren Star Udo Jürgens
In ihrem Buch „Momente, nur Momente...“ beschreibt Dagmar Vogt ihre
langjährige, ‚leidenschaftliche‘ Fan-Karriere, die stets mit der
erfolglosen Suche nach Nähe zu dem Star Udo Jürgens verknüpft war.
Die Erlebnisse wurden in tagebuchähnlicher Aufzeichnung geschrieben
und sollen vor allem anderen Fans ermöglichen, Momente des eigenen
Erkennens zu erleben, ist somit ein Buch von Fans für Fans. Dagmar
Vogt war mit diesem Buch sowohl semiotisch, textuell als auch
expressiv tätig. Das Buch ist als Material dementsprechend
hervorragend für eine Fan-Studie geeignet.
Wie bei den meisten späteren Fans wurde auch Dagmar Vogt über einen
Tonträger auf Udo Jürgens aufmerksam:
"Ja, das Anhören dieser Kassette war der erste Kontakt mit einem
Künstler, der ein Zauberer mit Worten der deutschen Sprache und
ausdrucksstarker Musiker ist.“ (Vogt 1994, S.10)
Auf besitz ergreifende Weise bezeichnet sie Udo Jürgens seitdem als
„mein Udo“. Der Tonträger hat ihre Neugierde geweckt, so dass –
charakteristisch für den Verlauf einer Fan-Karriere – als nächster
Schritt der erste Konzertbesuch folgte:
„Die so ungewohnten, bombastisch-musikalischen Werke wie ‚Wort‘
oder ‚Eine Hand ist keine Faust‘ elektrisierten mein Ohr. [...] Das
Konzert war so großartig, dass wir [...] ganz erschlagen von dem
Erlebten gewesen sind. [...] Mein Wunsch, mit diesem Künstler zu
reden, wurde riesengroß! [...] Meine Fan-Bereitschaft wuchs von nun
an ständig.“ (ebd., S.11f.)
Die im Fragebogen Befragten skizzierten mehrheitlich folgende
Reihenfolge ihrer Fan-Werdung : 1. Von Udo Jürgens über die Medien
erfahren/über die Familie mit Udo Jürgens in Berührung gekommen 2.
Kauf einer LP/CD und 3. Konzertbesuch.
Der größte Teil der Befragten gab mit 41,3% an, über
Familienangehörige und Freunde zu Udo Jürgens gefunden zu haben,
30,7% erfuhren über die Medien (Radio und/oder Fernsehen) von
Jürgens, 48% kauften sich anschließend eine LP/CD, und 38,7% der
Befragten wurden durch einen Konzertbesuch, den sie wegen seines
Live-Charakters als „fesselnd“, „überzeugend“, „vielseitig“ und
„ansteckend“ beschrieben, endgültig überzeugt. Die
Geschlechterhäufigkeit ist in diesem Zusammenhang statistisch nicht
signifikant.
Da man den Kontakt zum Star selten aufbauen kann, erhoffte sich
Dagmar Vogt über die Bekanntschaft zu einem Mitglied aus der Pepe
Lienhard-Band die Annäherung an Udo Jürgens:
„Die Bekanntschaft mit einem Mitglied des Orchesters ermöglicht
vielleicht ungeahnte Möglichkeiten, dem Mann und Künstler Udo
Jürgens nahe zu kommen? Es entstehen Situationen vor meinem
geistigen Auge, ich schwelge in Bildern meiner Phantasie, die alle
Möglichkeiten enthalten. Meine Gedanken schlagen Purzelbäume. Es ist
eine Zeit, die ich nicht für alles Geld der Welt eintauschen
möchte.“ (Vogt 1994, S.29)
In ihren Äußerungen wird die Wichtigkeit dieser Erlebnisse deutlich.
Dagmar Vogt transzendiert sie in ihren Alltag und verleiht ihnen als
angeeignetem kulturellen Kapital (vgl. Kapitel 2.3.2) sehr
persönliche Bedeutung – aus einem Brief an Udo Jürgens wird diese
Bedeutung ersichtlich - die mit offiziellem Kapital nicht gemessen
werden kann:
„Nach Beendigung des Gespräches geht mein Künstler durch ein
Spalier von Menschen vom Podium ab, direkt an mir vorbei, und ich
bin mutig und verabschiede mich bis heute Abend. Lächelnd bleibt er
stehen, gibt mir die Hand und verabschiedet sich mit Handschlag bis
zum Abend. Durch diese Liebenswürdigkeit ist der unwürdige Rahmen
eines Möbelhauses wie weggewischt, und von nun an bin ich mit dem
Virus ‚Udo Jürgens‘ infiziert.“ (ebd., S.14)
Die Beziehung zu ihrem Star beschreibt sie folgendermaßen:
„Aus meiner Fan-Begeisterung für Udo Jürgens geht diese
faszinierende Einmaligkeit hervor. Geschehnisse, die diesem Mann Udo
verborgen bleiben und doch für mich von so großer Bedeutung sind und
bleiben. [...] Jede Äußerung, jedes Wort konnte ich nachempfinden.
Wie viele ich Gedanken mit Udo geführt habe, wie viele Wortspiele,
Ausdrücke ich in seinen Mund legte, mir zur Frage oder zur Antwort
gebend, bleiben ungezählt. Natürlich durfte ganz zum Schluss des
Briefes der Wunsch nicht fehlen, einmal mit ihm persönlich zu reden,
da ich mich, wie in seinem Buch geschildert, zu seinen Freunden
zähle.“ (Vogt 1994, S.17ff.)
Der Wunsch, seinen Star persönlich kennen zu lernen, bleibt bei den
wenigsten Fans unausgesprochen. Die Auswertung des Fragebogens
ergab, dass 57,3% der Befragten, darunter mehrheitlich Frauen, genau
diesen Wunsch äußerten, weitere 9,3%, darunter allerdings mehr
Männer, wünschten sich sogar eine Zusammenarbeit verschiedenster Art
mit Udo Jürgens. Nur ¼ der Befragten hofft auf weitere Werke von
Jürgens. Die Altersgruppe der 31-40jährigen Befragten legt mit 48,3%
zwar weniger Wert auf ein Treffen mit ihrem Star als die
Altersgruppen unter 31 Jahren und über 41 Jahren mit jeweils 2/3
Zustimmung, ihnen ist das weitere Schaffen Jürgens allerdings
wichtiger als den Altersgruppen unter 31 Jahren und über 41 Jahren.
Zu Berücksichtigen ist die Tatsache, dass die Befragten teilweise
mehrere Antworten gaben.
Die meisten Fans haben keine konkrete Vorstellung über den möglichen
Ablauf eines solchen Treffens. Vermutlich reicht das Wissen darüber
aus, seinem Star für einen kurzen Augenblick nah zu sein, weshalb
eine Konversation eher eine untergeordnete Rolle spielt. Der
überwiegende Teil der Befragten gab im Fragebogen an, mit Udo
Jürgens ‚über Gott und die Welt‘ oder ‚über seine Einstellung zu
Politik, Gesellschaft zum Leben allgemein‘ reden zu wollen.
Die Auswertung des Fragebogens ergab, dass ¾ (76%) der Befragten
CDs, Platten, Fanartikel, Autogrammkarten etc. sammeln. 50% gaben
an, die Lieder von Udo Jürgens nachzusingen, 16% verfassen selber
Texte oder Gedichte. 29,3% spielen die Musik von Udo Jürgens auf
einem Instrument nach. 30,7% der Befragten gaben an, ihrem Star auf
seinen Konzerten hinter her zureisen, 24% tun dies allerdings
eingeschränkt. Am Leben ihres Stars sind nur 39,2% der Befragten
interessiert. Die Geschlechterverteilung ist bei dieser Frage
statistisch nicht relevant gewesen, lediglich hinsichtlich der
Altersverteilung ergibt sich beim Sammeln eine Signifikanz. Mit
zunehmendem Alter der Befragten steigt auch die Bereitschaft zum
Sammeln, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass sich die
finanzielle Lage mit zunehmendem Alter bessert und die Fans
womöglich zu Liebhabern oder ‚Aficionados‘ avancieren. Das
Nachspielen der Lieder auf einem Instrument nimmt mit zunehmendem
Alter der Befragten ab.
Den Kontakt zu anderen Fans bewerteten die Befragten im Fragebogen
mit ‚unentschieden‘ (das entspricht einer 3 auf einer Skala von
1-5). 18,7% der Befragten sind Mitglied in einem Fanclub, 25% trifft
sich mit anderen Fans. Es gibt keine statistische Signifikanz in
Bezug auf das Alter und das Geschlecht der Befragten. Bezüglich des
Berufes ist festzustellen, dass Akademiker weniger Wert auf
Fankontakte legen als Personen mit einer Ausbildung. Logischerweise
gaben 77,3% der Befragten an, regelmäßig die Homepage von Udo
Jürgens zu besuchen (schließlich wurde die Befragung über das
Internet gemacht).
Die Fandauer der Befragten liegt durchschnittlich bei 20,1 Jahren,
wobei keine statistische Signifikanz bezüglich Geschlecht und Beruf
festgestellt werden konnte. Die Fandauer liegt zwischen 1 und 45
Jahren. Davon sind 56% der Befragten weniger als 20 Jahre und 44%
der Befragten länger als 20 Jahre Fan.
Die Eigenschaften ‚Text‘, ‚Musik‘, ‚Aussagekraft‘, ‚Talent‘ und
‚Persönlichkeit‘ bewerteten die Befragten mit ‚sehr wichtig‘, wobei
Alter, Geschlecht und Beruf statistisch nicht signifikant waren.
Die Bedeutung der Texte schien den Befragten aufgrund
differenzierterer Antworten fast noch wichtiger als die Musik von
Jürgens. 69,3% erachteten die Wirkung der Texte, wie z. B.
Erinnerungen hervorrufend, sich darin wieder erkennen, entspannen,
sich unterhalten lassen, als bedeutsam. 44% fühlten sich ästhetisch
angesprochen und wurden durch die als modern und aussagekräftig
charakterisierten Texte musikalisch inspiriert. Relativ ähnlich,
wenn auch in abgeschwächter Form, verhält es sich bei der Musik: 64%
konnten sich mit der Musik identifizieren und aus ihr Kraft
schöpfen, nur noch 25% dagegen hielten die Ästhetik der Musik für
bedeutsam.
Auf die gesonderte Frage, welche Bedeutung die Befragten ihrem
Fansein beimessen, gaben 54,7% die Möglichkeit der Identifikation
an. Die Lieder würden ihnen im Leben weiterhelfen und ihnen die
Gelegenheit geben, sich nach außen abzugrenzen. Einer der Befragten
erwähnte sogar den Begriff des ‚kulturellen Zuhauses‘. Die Antwort
ist in Bezug auf das Geschlecht statistisch signifikant, da mehr
Frauen diese Bedeutung erwähnten. Wichtiger allerdings schien den
Befragten mit 82,7% das Werk und die darin enthaltenen Aussagen und
Botschaften zu sein, mit denen sich viele der Befragten thematisch
beschäftigten. Sie schätzten die Professionalität des Künstlers,
zwei Personen sehen sich sogar als Botschafter von Jürgens Liedern.
Das Alter der Befragten ist in Bezug auf diese Angaben statistisch
irrelevant, bezüglich der Fandauer ist aber erkennbar, dass die
Bedeutung des Fanseins auch mit zunehmender Fandauer nicht abnimmt.
Der Star spricht verschiedene Emotionen und Erfahrungen in den
Rezipienten an und lässt sie glauben, ihn besonders gut zu kennen.
Dies beweist folgendes Zitat:
„Es ist schon komisch, wie sich meine Gedanken in den Liedern,
die von Udo ausgewählt und bearbeitet werden, widerspiegeln. Habe
ich das Zeitempfinden und den Trend der Zeit in mir? Oder ist es
doch eine gewisse ‚Seelenverwandtschaft‘, die sich durch das Wort
auszeichnet?“ (Vogt 1994, S.58)
Über ihre Tätigkeit als Fan ist sich Dagmar Vogt voll bewusst und
weiß auch, wie zeitaufwendig und finanziell kostspielig diese
Aktivität ist (vgl. ebd., S.19), was die Befragten ebenfalls
mehrheitlich bestätigten.
Während einer Talkshow erhielt Dagmar Vogt die Gelegenheit, ihren
Star aus unmittelbarer Nähe zu erleben und ihm ein selbst
gefertigtes Geschenk zu überreichen:
„Zu meiner großen Schande muss ich nun meine Unfähigkeit
gestehen. Ich stehe neben dem von mir so bewunderten Star, kann
seine Atemzüge hören und alles ist so, wie ich es mir erträume, und
ich benehme mich wie der typische Fan. Kein flüssiges Wort kommt
über meine Lippen, meine Nervosität bringt mich fast um. [...] Ich
glaube, dieses ist der Moment, in dem Udo erkennt: Da ist ein
wirklicher Fan!“ (ebd., S.62f.)
Der Moment der Begegnung macht den Fan zum vernünftigen Handeln
aufgrund seiner Idolisierung unfähig. Bemerkenswert ist jedoch der
Versuch einer Distanzierung Dagmar Vogts vom allgemein bekannten
Klischee über die Fans, obwohl sie sich in auffälliger Weise dem
Klischee entsprechend verhält.
Auf ihrer Suche nach Nähe zum Star wurde Dagmar Vogt in dem Moment
enttäuscht, als sie bemerkte, dass sie nur eine unter vielen Fans
ist, die ebenso fühlten und handelten wie sie:
„Ich habe so viel investiert und alles verpuffte in Sekunden. Es
ist eine riesengroße Anspannung in mir, die unzählige Nerven kostet,
immer wenn ich etwas, was mit Udo zu tun hat, erledigen oder
vorbereiten will. [...] Wieder ist ein Traum zerplatzt wie eine
Seifenblase!“ (ebd., S.22)
Obwohl Dagmar Vogt ihrem Star mehrmals, wenngleich auch nur für
kurze Momente, persönlich begegnen konnte, hat sie ihr eigentliches
Ziel nicht erreicht, was sie auf ihre eigene Unfähigkeit (und die
von ihr empfundene Ignoranz Jürgens seinen Fans gegenüber)
zurückführt:
„Die Welt in denen Udo und ich leben sind so weit voneinander
entfernt, wie Sonne und Mond. Eine Erkenntnis, die mich nicht mehr
schmerzt. Dieses wahnsinnige Verlangen, mit diesem Mann zu reden,
ihm meine Empfindungen über seine Texte oder über empfundene
Musikerlebnisse zu erzählen und zu diskutieren, ist erloschen. Ich
muß meine Unfähigkeit eingestehen.“ [...] „Ich habe für diesen Tag,
an dem Udo in Bremerhaven auftrat, so viel an Energie von mir
gegeben! All mein erfinderischer Reichtum wurde in Sekunden zur
Armseligkeit degradiert. Meine Zuneigung und die Anerkennung für
seine Arbeit hat Udo bis heute nicht verloren. Den Privatmann Udo
Jürgens werde ich nie erreichen.“ (ebd., S.64, 91)
Jene Einsicht und der daraus resultierende Verhaltenswandel, dem
Star eben nicht mehr in dieser Intensität nachzueifern, ist vor
allem auch auf das fortgeschrittene Alter des Fans zurückzuführen.
Ebenfalls spricht sie von einer nicht aufhebbaren Distanz zum Star:
„Mir ist bereits nach den von mir besuchten Konzerten
aufgefallen, dass Udo auf der Bühne bleibt, sie nicht verlässt, wenn
er nochmals zum Autogrammschreiben erscheint. Ich habe es jedenfalls
noch nicht anders erlebt, so bleibt die Distanz zwischen Publikum
und Star erhalten.“ (ebd., S.36)
„Ich schreibe einen Brief, immer an das Office ‚Rent-a-show‘. Er
möchte sein Privatleben. Seine Frau soll nicht von begeisterten
‚Fans‘ belästigt werden. Ich habe Verständnis, wie soll eine Frau,
die mich nicht kennt und nichts von meinen aufrichtigen Absichten
weiß, derartige Annäherungen gutheißen.“ (ebd., S.38)
Dass der Künstler ein ungestörtes Privatleben führen will,
akzeptiert Dagmar Vogt offensichtlich.
Der Reiz aber, diese Distanz auf „neutralem Boden“ in einem
„persönlichen Gespräch“ zu relativieren, ist einerseits der Wunsch
vieler Fans, andererseits soll die Unerreichbarkeit des Stars, von
der dieser Reiz ja ausgeht, aufrecht erhalten bleiben.
Für Dagmar Vogt ist das Werk des Künstlers mindestens ebenso wichtig
wie die Person des Künstlers, was aus ihren Äußerungen nur indirekt
erkennbar ist:
„Eine Benefiz-Veranstaltung, die Gelder für den Erhalt des Waldes
sammelt, in der auch Udo seinen Titel ‚Baum‘ sang. Dieses Lied
widmete Udo seinem Vater. Meine persönlichen Gedanken: Ein Mann, ein
Baum verwurzelt mit dem Boden auf dem er lebt. [...] Welche
Aktualität dieser von ihm gesungene Titel heute noch hat, hat die
Zeit bereits gezeigt. Die Bäume meiner Kindheit, Erlen und Buchen,
sterben einen qualvollen, rätselhaften, viel zu schnellen Tod.“
(ebd., S.26)
Jürgens soziales Engagement wurde erstaunlicher Weise von 23
Befragten überhaupt nicht bewertet. 1/3 erachteten diese Eigenschaft
als ‚sehr wichtig‘, während 2/3 der Befragten ‚unentschieden‘ bis
‚unwichtig‘ urteilten.
Offensichtlich, aber nicht weiter verwunderlich ist die Tatsache,
dass Dagmar Vogt, gleichermaßen wie die Befragten aus dem
Fragebogen, mit Zitaten aus den Texten Udo Jürgens arbeitet, somit
die Bedeutung des Künstlers für ihr Leben dadurch kundtut und
darüber hinaus in bedeutungsschwangerer Symbolik spricht, die so nur
von den Fans verstanden wird. Das für Fans wichtige ‚Insider-Wissen‘
ist für Dagmar Vogt ebenfalls kulturelles Kapital, das sie mit Stolz
erfüllt.
Eine Kritik am Star wird von den Fans häufig als Kritik an ihrem
eigenen Fansein angesehen, weshalb Fans ihren Star in eigenem
Interesse öffentlich verteidigen:
„Da griff ich in meiner Enttäuschung und Ungehaltenheit über eine
derartige Frechheit zum Telefonhörer.“ (ebd., S.47)
29,6% der Befragten betonten in ihrer Antwort auf die Frage,
inwieweit sich das Image von Udo Jürgens im Laufe der Jahre
verändert hat, den Imagewandel vom Schlagersänger zum
anspruchsvollen musikalischen ‚Grenzgänger‘. Damit zusammenhängend
schätzten 46,5% der Befragten die zunehmende Glaubwürdigkeit und
Professionalität des Künstlers Udo Jürgens, wobei sie stets die
Großartigkeit der Live-Konzerte würdigten. 26,8% bedauerten das
verzerrte Erscheinungsbild von Jürgens in der Öffentlichkeit, in der
er weiterhin der Kategorie ‚Schlagersänger‘ zugeordnet würde.
Diesbezüglich erwähnten 29,6% der Befragten das ihrer Meinung nach
längst obsolete Image Jürgens als ‚Frauenheld‘ und ‚Macho‘, das in
der Presse immer wieder mit seinem Namen in Verbindung gebracht
würde. (vgl. Frage 13)
Udo Jürgens sei nach Meinung der Befragten der populärste und
einflussreichste deutschsprachige Entertainer. Musikalisch und
inhaltlich sei er gereift und zeichne sich durch seine
Professionalität und stetige Modernität aus. Jürgens würde
mittlerweile von seinen Kritikern ernst genommen, für die Fans sei
er quasi eine ‚lebende Legende‘ und ‚Kultfigur‘ der
deutschsprachigen Musikszene.
|